Last-Minute-Sieg gegen Koblenz

    In einem am Ende sehr emotionalen Spiel holt der SSV Ulm 1846 Fussball durch einen Treffer von Phil Harres in der Nachspielzeit drei Punkte und gewinnt das dritte Spiel in Folge.

    AUSGANGSLAGE
    Thomas Wörle hatte vor einer guten und aggressiven Koblenzer Mannschaft gewarnt und sein Team im Vergleich zum Sieg in Offenbach auf einer Position verändert: Für Jannik Rochelt rückte Nicolas Jann in die Startelf.
    Die Spatzen spielten in weiß-schwarz, Koblenz ganz in rot.
    Vor dem Spiel wurde Jo Reichert für 300 Spiele im SSV-Trikot geehrt.

    SPIELVERLAUF
    Es dauerte etwas, bis der SSV ins Spiel fand. Mit Beginn des ersten Regens hatte unser Team auch die erste Chance, doch Adrian Beck verzog nach acht Minuten aus 17 Metern knapp.
    Wie Thomas Wörle angekündigt hatte, versuchten die Gäste früh zu pressen und mit aggressivem, aber nicht unfaierem Spiel den SSV in Schach zu halten. Dem 3-4-3-System des SSV setzte Heiner Backhaus ein 5-3-2 entgegen.
    In der 17. Minute flankte Cedric Guarino in die Mitte, Tobias Rühles Kopfball landete jedoch nur an der Latte – die größte Chance der ersten Halbzeit.
    Unsere Mannschaft kann sich immer wieder aus dem Pressing befreien und sich Chancen erspielen. Ein Schuss in der 20. und ein Kopfball von Nicolas Jann in der 24. Minute waren jedoch für Baboucarr Gaye kein Problem. Koblenz spielte gut mit, der SSV war aber das gefährlichere Team und zeigte dies auch in den nächsten Aktionen vor der Pause.
    Die Führung zur Halbzeit wäre verdient gewesen.

    Rot-Weiss Koblenz verteidigte Leidenschaftlich und machte es der Wörle-Elf im zweiten Durchgang noch schwerer.
    Nach 68 Minuten kam Fabian Benko zu seinem Debut in der Regionalliga und fand sich direkt gut ein, hatte viele Ballkontakte und versuchte seiner Mannschaft im Offensivspiel neue Impulse zu setzen.
    In der 76. Minute versuchte es Adrian Beck nach einer abgewehrten Flanke aus der Distanz, zielte aber knapp daneben. Die Spatzen drückten auf den Siegtreffer und kämpften gegen tief verteidigende Koblenzer bis zum Ende – und dies sollte sich lohnen.
    Jo Reichert holte einen Ball von der Seitenauslinie, die Flanke von Guariono leitete Rühle zu Phil Harres weiter, der per Kopf zum 1:0-Siegtreffer einnetzen konnte.
    Nach gut 100 Minuten – es hatte noch eine längere Verletzungsunterbrechung gegeben – beendet der Schiedsrichter das Spiel. Mit dem Schlusspfiff traf Fabian Benko zum 2:0, der Treffer wurde aber wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.

    FAZIT
    Wieder einmal zeigt der SSV einen tollen Kampfgeist und verdient sich am Ende drei Punkte. Die Momentaufnahme zeigt unsere Mannschaft auf Platz zwei, bereits am Dienstag geht es im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim II weiter.

    AUFSTELLUNG
    Heimann – Stoll (86. Allgeier), Maier, Reichert, Geyer, Guarino, Heußer, Jann (68. Rochelt), Beck (86. Harres), Wähling (68. Benko), Rühle

    STIMMEN ZUM SPIEL
    Thomas Wörle: “Wir wussten, dass das eine harte Nuss werden wird, weil Koblenz unheimlich stimmig ist und sehr gut eingestellt in jedem Spiel agiert. Das musste die Mannschaft schon letztes Jahr zu spüren bekommen. Wir sind natürlich unheimlich glücklich, dass wir drei Punkte haben, ich glaube insgesamt nicht unverdient, weil wir mehr vom Spiel hatten.
    In der ersten Halbzeit hatten wir 2-3 gute Chancen wo du gegen Koblenz zuschlagen musst, sonst wird es nicht gerade leichter. Es war ein Geduldsspiel, in dem wir wollten. Wir sind froh, dass wir von der Bank nochmal einen richtigen Schub bekommen haben.”

    Heiner Backhaus, Trainer FC RW Koblenz: “Glückwunsch an Thommy. Wenn man ein Spiel in der 93. Minute verliert, mit dem Aufwand den wir betrieben haben, das tut richtig weh aber das gehört zum Fußball dazu. Es war ein Spiel, was wir so erwarten konnten. Ulm mit einer sehr guten Balance zwischen Ballbesitz und Gegenpressing. Bis zur 20. Minute konnten wir den Gegner weit weg vom Tor halten, dann ist das Spiel etwas gekippt. In der zweiten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht, haben umgestellt und hatten gute Phasen. Es war eine dramatische Schlussphase.”

    Zuschauer: 1.965