Markus, ihr habt jetzt ziemlich lange einen Trainer gesucht, um am Ende die Interimslösung zu nehmen. Warum?
Wir haben uns für die beste Lösung entschieden. Dabei hatten wir sogar die Qual der Wahl.
Das heißt?
Wir haben im ersten Schritt viele Kandidaten gedanklich durchgespielt, dann haben wir mit vier von ihnen sehr ausführliche persönliche Gespräche geführt. Zwei davon sind auch im zweiten Schritt noch nach Ulm gekommen, um sich hier vor Ort ein Bild zu machen.
Kannst Du mehr Details verraten? Ein paar Namen wurden ja schon geschrieben …
Die Medien müssen spekulieren, das ist in Ordnung. Auch wenn es sich für uns schon komisch angefühlt hat, für Namen kritisiert zu werden, die gar nicht stimmten. Und tatsächlich war unter den Namen, die kursiert sind, kein einziger Treffer. Für mich ist das aber in erster Linie eine gute Nachricht: Dass kein Name durchgesickert ist, spricht für die Diskretion der Personen, die eingebunden waren. Und das waren einige.
Kannst du die Namen nennen, die neben Moritz in der Verlosung waren?
Nein, das gehört sich nicht. Am Ende wird dann geschrieben, Trainer xy hat die Trainerauswahl in Ulm verloren. Und das wäre unpassend, denn wir hatten nicht nur bei einem Kandidaten das Gefühl: Der ist ein Volltreffer, den können wir nehmen.
Was hat dann für Moritz den Ausschlag gegeben?
Er war am Ende die beste unter sehr guten Optionen. Da kam sehr vieles zusammen. Seine Expertise, sein Auftreten, seine Kommunikation, seine Ideen – und ganz wichtig, das Feedback all derjenigen, die mit ihm tagtäglich zusammenarbeiten. Am Ende stellte sich nur eine Frage: Wollen wir dieses Zusammenwachsen schon wieder beenden und nochmals einen Neuanfang wagen? Da sprach mehr dagegen als dafür.
Das 1:4 in Ingolstadt hat dabei keine Zweifel gesät?
Im Ernst: Unsere Entscheidung können wir doch nicht an einer Halbzeit festmachen. Wo gibt es denn einen Trainer, der jedes Spiel gewinnt? Wir müssen schon realistisch bleiben und schauen, wo wir stehen und welche Saisonziele wir uns gesteckt haben. Sieben Punkte aus vier Spielen ist eine gute Bilanz – außerdem messen wir Moritz nicht nur am Status Quo und den Ergebnissen. Wir müssen ihm die Chance geben, die Mannschaft in Ruhe zu entwickeln. Was er in den zwei Wochen als Interimstrainer geleistet hat, hat gezeigt, welche Fähigkeiten er hat und wie er unsere Entwicklung mitgestalten kann.
Die fehlende Pro-Lizenz ist aber natürlich ein Thema
Das wir dies machen und eine mögliche Strafe in Kauf nehmen, zeigt, wie überzeugt wir sind. Wir hätten einen einfacheren Weg gehen können. Aber dies nun so zu machen, ist es uns wert.
Wir stehen im Austausch mit dem DFB, den wir frühzeitig in unsere Gedanken mit eingebunden haben.
